Teleskopbau - Ein großer Refraktor entsteht!

Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie mir mein großer TMB-Achromat fehlte – jenes Teleskop, das ich einst aus einem Anfall von „Öffnungswahn“ verkauft hatte. Die unvergesslichen Beobachtungen und das besondere Flair eines großen Refraktors hinterließen ihre Spuren! Da meine Liebe zu diesen Teleskopen nie erloschen ist, entschied ich mich, in monatelanger Bauzeit meinen eigenen 9-Zoll-FH-Achromaten zu verwirklichen.


Am Anfang stand natürlich die Frage der Öffnung: Sollte es wieder 8 Zoll sein, oder wäre in meinem kleinen Schutzbau sogar noch eine Nummer größer möglich? Nach einigen Skizzen zur Machbarkeit fiel die Entscheidung auf eine Öffnung von 9 Zoll bei einer Brennweite von 1800 mm! (Links die 178 mm meines Meade 178, rechts die 230 mm meines geplanten Teleskops.)


Ein größerer Refraktor sammelt mehr Licht und steigert das Auflösungsvermögen, wodurch lichtschwache Objekte und feine Details auf Planeten besser sichtbar werden. Dank der justierstabilen Optik und eines Aries Chromacor N liefert er kontrastreiche, scharfe Bilder – es war somit ein lohnendes Projekt für mich als Liebhaber visueller aber auch fotografischer Beobachtung!


Durch einen Kontakt in einem amerikanischen Forum konnte ich eine Chinesische Optik, die meinen Vorgaben entsprach erwerben, anstatt der geplanten 4 Monate Lieferzeit wurde sie schon nach 2 1/2 geliefert!


Da ich den Refraktor natürlich auch fotografisch Verwenden wollte wurde ein ausgeleuchteter Bildkreis von 50,8mm bestimmt und ein Aufriss des Strahlenganges und der Blendensituation gemacht.


Technische Details, wie Tubus Abmessungen, Tau Kappe, Objektivzelle, Blenden, Tubusende und Okularauszug wurden bestimmt oder entworfen mit der freien Software FreeCAD. OTA komplett: 2250mm Ø288mm 35kg

Krüpax 50 Rohre bestellt und innen wie außen lackiert. Eine Materialzusammenstellung und Lieferanten gibt es am Schluss des Artikels.



Nachdem die mechanischen Teile geliefert wurden, ging es an den Aufbau des Teleskops. Begonnen wurde mit der Objektivzelle und den Blendenhalterungen im richtigen Abstand zum Objektiv.



Die größte Herausforderung war, die Einbringung in den Tubus bei einem max. Spielraum von nur 0,2mm!

Es war aber machbar! 


Okularauszug rauf, Objektiv und Tau Kappe montiert und Fertig war der Trümmer, die Größe hat mich anfangs schockiert und leichte Zweifel aufkommen lassen ob das Fernrohr überhaupt genug Platz hätte in der Sternwarte!




Was war als Nächstes zu tun? Das komplette Setup musste quasi im Trocken mal aufgebaut werden um im Vorhinein den Schwerpunkt zu finden und kein Ungleichgewicht auf der Montierung zu generieren. Also Zusatzgeräte und Kameras montieren und sauber auswiegen!


 Nach dieser Spielerei wurde wieder alles demontiert und der Aufbau in der Sternwarte begann, allein war das nicht mehr schaffbar, ich hatte jedoch familiäre Hilfe! ;)


Es dauerte schon ein Weilchen bis alles komplett war, das Endresultat aber ein kleiner Traum für mich!!!

Davon träumte ich schon als kleiner Junge, nun steht der große Refraktor in meinem Garten!


Die ersten beiden Aufnahmen mit dem 9" Refraktor, quasi "First Light"


 


Was war hilfreich:


Konstruktion: FreeCard

Optik: Barride Optics

Tubus: Krüpax 50

Innenschwärzung: Berger Antireflexfarbe

Lackierung: Bootslack weiß

Mechanische Bauteile: Haunschmidt GmbH. Tragwein

Okularauszug: es wurde ein 3,7"Zahntrieb Okularauszug für Zuladung bis 6 kg und und M117 Anschlussgewinde verbaut.


Sollten Fragen offengeblieben sein, kann mich jeder gerne kontaktieren über die Menüleiste!



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